29.03.2012 - Rettungsübung - Feuerwehren aus zwei landkreisen bereiten sich auf künftige gemeinsame Einsätze vor

Mit der Großleitstelle in Oldenburg kommen ab Sommer verstärkt gemeinsame Alarmierungen. Darauf bereiten sich die freiwilligen Helfer schon einmal vor.

Achternmeer - Während einer Feier bricht im Anbau des Hauses der Familie Kruse am Hohendamm in Jeddeloh II ein Feuer aus. Acht Personen, unter ihnen einige Jugendliche, können die Räumlichkeiten nicht mehr rechtzeitig verlassen. Ein vorbeifahrender Autofahrer lässt sich von dem Brand so sehr ablenken, dass sein Auto eine Böschung herabrutscht. Sowohl der Autofahrer als auch der Beifahrer werden dabei eingeklemmt.

Dieses herausfordernde Szenario bot sich den Feuerwehrleuten der benachbarten Freiwilligen Feuerwehren aus Jeddeloh II und Achternmeer am Donnerstagabend. Kurz vor 20 Uhr waren die Kameraden in den Landkreisen Ammerland und Oldenburg alarmiert worden. Es stellte sich für sie relativ schnell heraus, dass es sich bei dem abendlichen Einsatz um eine Übung handelte. Trotzdem wurde die Arbeit ernst genommen: sogar die Johanniter Unfallhilfe Edewecht und die Freiwillige Feuerwehr Edewecht wurden wie im Ernstfall zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen nachgeordert.

Die ursprüngliche Idee zu dieser Übung, die außerhalb der Reihe stattfand, hatten Yvonne Kruse und Birgit Müller, beide bei der Freiwilligen Feuerwehr Jeddeloh II tätig. Als stellvertretende Gruppenführerin war Kruse gefordert eine Übung inhaltlich vorzubereiten und durchzuführen. Zusammen mit Hauptfeuerwehrfrau Müller wollte sie die Zusammenarbeit der Wehren über die Gemeindegrenzen hinaus testen. Offene Türen rannten sie dabei beim Ortsbrandmeister der Feuerwehr in Achternmeer, Bernd Depner, ein.

Wie Thomas Simon, Pressesprecher der Achternmeerer Feuerwehr betont, erwarten die Kameraden, dass sie ab dem Sommer zu gemeinsamen Einsätzen herangezogen werden. Wenn die neue Großleitstelle in der Stadt Oldenburg ihre Arbeit aufnehme, werde grundsätzlich bei Einsätzen auch immer eine Alarmierung der Nachbarwehren erfolgen. "Da ist es nur von Vorteil, wenn man schon einmal gemeinsam geübt hat.", so Simon.

Mit dem Ablauf der Übung zeigten sich die Organisatoren zufrieden. Die insgesamt gut 40 Personen, die sich um die Menschenrettung und Brandbekämpfung kümmerten, erledigten ihre Arbeit in einem zufrieden stellenden Zeitraum. Während der Rettung mussten Atemschutzgeräte eingesetzt werden. Zusätzlich wurde von der Achternmeerer Feuerwehr ein Druckbelüfter bereit gestellt. Beim Personenwagen musste, um die zweite Person retten zu können, das Dach entfernt werden, was einige Zeit in Anspruch nahm.

Der Edewechter Gemeindebrandmeister Hinrich Bischoff verwies darauf, dass auch zukünftig Übungen mit Feuerwehren aus angrenzenden Landkreisen durchgeführt werden. "Damit wollen wir die Kommunikation innerhalb der Feuerwehren auf ein gemeinsames Niveau bringen. Jeddeloh II war hier heute Voreiter."

Text : Erhard Drobinski